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Wenn er nicht reden will, muss er nicht. Er kann sich noch auf andere Arten nützlich machen. Sicher braucht der Hexer einen Köder, um das Biest von Beauclair anzulocken.
-Anna Henrietta zu einem Gefangenen ("Wein ist heilig")


Anna Henrietta - Cousine des Kaisers von Nilfgaard, Emhyr var Emreis - die amtierende Fürstin [4][2] von Toussaint, welche nach dem Tod ihres Ehegatten Rajmund zur Herrscherin der nilfgaardischen Provinz wurde, ist die von allen geliebte und bewunderte Regentin im Land des Sommers.

Entgegen der Erbfolge wurde Anna Henrietta, die jüngere Schwester von Sylvia Anna, der Erbprinzessin von Toussaint, zur Thronerbin. Dies geschah durch Drängen der Minister und der daraus resultierenden Verbannung ihrer älteren Schwester.

Es ist wenig über Rajmund, den Gatten der Anna Henrietta bekannt, doch wurde er durch die Hochzeit mit der Thronerbin zum Herzog von Toussaint. Nach seinem Tod, zwei Jahre bevor Geralt mit seinen Freunden nach Toussaint kam, wurde Anna Henrietta zur alleinigen Herrscherin des Herzogtums.

Aufgrund ihrer Verwandschaft zum Kaiserhaus var Emreis (was sie zur Großtante von Ciri machen würde) ist es Anna Henrietta erlaubt, als regierende Herzogin die Anrede "Köngliche Hoheit"  zu führen, jedoch ist dies weder in den Büchern, noch der Spielreihe jemals wirklich erwähnt worden.

Ihr offizieller Titel lautete "Eure Erleuchtenheit" oder "Eure Beliebtheit", ihr inoffizieller Titel war "Madam Herzogin". Jeder hatte sie mit "Eure Beliebtheit" anzusprechen. Für einen kleinen auserwählten Kreis hieß sie schlicht "Anarietta".


Andrzej Sapkowski Bearbeiten

Die Herzogin war verliebt in Rittersporn und er liebte die Herzogin, die er "Wiesel" nannte. Sie lernten sich vor etwa sieben Jahren kennen, als Rajmund in Cintra war und Geralt dort eintraf. Anna Henrietta verliebte sich sofort in Rittersporn und sie trafen sich heimlich etwa zwei Monate lang. Als andere Leute von dem Verhältnis erfuhren, wurde es an Rajmund weitergetragen. Er drohte Rittersporn, ihm das Herz auszureißen, um es Anna Henrietta zu essen zu geben. Rittersporn flüchtete aus Toussaint. Kurz darauf verstarb Rajmund an einem Schlaganfall. Ein glücklicher Zufall für Rittersporn. Als er davon erfuhr während er gerade mit Geralt unterwegs war, kehrte der Barde zu seinem "Wiesel" zurück.

Nachdem der Barde zurückgekehrt war, lief alles wunderbar zwischen den Liebenden Rittersporn und Anarietta. Aber wie es nun mal in der Natur von Rittersporn ist, konnte er die Augen nicht von anderen schönen Frauen lassen. Er wurde auf frischer Tat ertappt als er in den Armen der Baronin Nique lag. Die enttäuschte Anna Henrietta verurteilte Rittersporn daraufhin zum Tode. Gerade als das Urteil vollzogen werden sollte, trafen Geralt und seine Schutzbefohlene Ciri in Beauclair ein - glücklicherweise musste der Hexer jedoch seinem Freund nicht helfend beistehen, denn die Herzogin brachte es dann doch nicht übers Herz, ihrem Rittersporn den Kopf abschlagen zu lassen. Sie begnadigte ihn, konfiszierte alle seine Besitztümer, Ländereien, Güter, Haine, Wälder, Schlösser ... und verbannte ihn lediglich für immer aus dem Herzogtum.

Anna Henrietta ist ein Charakter aus dem Roman "Die Dame vom See" ("Pani jeziora").

The Witcher - Computerspielreihe Bearbeiten

In The Witcher 2Bearbeiten

In dem Computerspiel The Witcher 2 gerät Geralt in eine ähnliche Situation in der Quest "Dem Henker in die Parade gefahren". Dort wird Rittersporn wegen seines lüsternden Treibens zum Tode verurteilt.

In The Witcher 3 Bearbeiten

Anna Henrietta, die allein regierende Herzogin von Toussaint, ist einer der Hauptcharaktere in der letzten The Witcher 3 Erweiterung, Blood and Wine.

Glossar-Eintrag Bearbeiten

Anna Henrietta 2
"Wenn diese Welt je einen Herrscher gekannt hat, dem die absolute Bewunderung seiner Untertanen ohne systematische Unterdrückung oder grausame Henker sicher war, so war es die Regentin von Toussaint: Herzogin Anna Henrietta. Von ihren Lieben wurde sie Anarietta genannt.

Sie war die Witwe des viel betrauerten Herzogs und die einstige Geliebte eines so hochberühmten, wie begnaden Künstlers, der es vorzieht, anonym zu bleiben.

Vor einigen Jahren, als der Hexer mit einigen Freunden Toussaint besuchte, lernten er und Anna Henritta einander kennen. Als später das mysteriöse Biest seine Überfälle auf Höflinge begann, wusste die Herzogin, wen sie zur Hilfe rufen konnte ...

Auf der Suche nach dem Biest bewies die Herzogin, dass sie die Ketten der Konvention nach Bedarf abwerfen und sich gemeinsam mit dem Hexer die Hände schmutzig machen konnte. Auch wenn sie dabei zu einer gewissen Maskerade greifen musste.

Erstaunlicherweise erwies sich die Herzogin bei der strapaziösen Spurensuche als genauso geschickt wie bei Audienzen im Palast. Geralt erkannte schnell, dass Anna Henrietta keine hochherrschaftlichen Gewänder benötigte, um eine selbstsichere, starke Herrscherin zu sein. Weniger überraschen mag es, dass auch am Hofe von Toussaint tägliche Schlachte gefochten wurden - mit schneidenden Bemerkungen, boshaften Halbwahrheiten und glatten Lügen und um kein Stück weniger ernst als solche, die mit Schwertern und Kanonen geschlagen werden. Die Herzogin war unangefochtene Meisterin der höfischen Kriegsführung, und der Hexer bekam die Gelegenheit, sich ihre Erfahrung zunutze zu machen.

Wenn Geralt die Geschichten über den Zorn der allergnädigsten Herzogin für übertrieben gehalten hatte, wurde er darin alsbald eines Besseren belehrt. Als Anna Henrietta erfuhr, dass der Vampir nicht nur entkommen war, sondern auch das Leben ihrer Schwester bedroht hatte, geriet sie in einen Zorn, der alle Diskussionen überflüssig machte. Sie stellte die Dinge klar: Geralt hatte seinen Auftrag zu erfüllen und ihr Dettlaffs Kopf auf einem Silbertablett zu präsentieren.

Wenn Geralt den Unsichtbaren um Hilfe gebeten hat:

Zum Glück brannte der Zorn der Herzogin zwar intensiv, verflog aber auch schnell wieder. Als es Geralt gelang, Dettlaff aufzuhalten, vergaß die Herrin seine bisherigen Fehltritte und verlieh im sogar den Orden von Vitis Vinifera, der zu Toussaints höchsten Auszeichnungen gehört.
Wenn Geralt Syanna zu Dettlaff bringt ohne ihr das Band zu geben:
Es war unschwer vorauszusehen, wie Geralts Zeit in Anna Henriettas Gesellschaft enden würde. Nicht lange, und Geralt fiel auf die für Hexer typische unelegante Art bei der Herzogin in Ungnade. Wer hätte auch ahnen können, dass es ihm übel genommen werden würde, die Schwester der Herzogin einem Vampir zu überantworten? Geralt jedenfalls nicht, wie es scheint. Angesichts des feurigen Charakters der allernädigsten Herrin konnte er sich glücklich schätzen, dass er nicht direkt einen Kopf kürzer gemacht werden würde.

Blood and Wine Bearbeiten

Nachdem eine unbekannte Bestie zwei Höflinge des Herzogtums von Toussaint, welches Teil des Kaiserreiches von Nilfgaard ist, erschlagen hatte und es sich als unmöglich erwies, das Tier zu finden, beauftragte die Herzogin zwei ihrer Ritter, den Hexer Geralt im Norden des Kontinents zu finden.

Als dieser nach einigen Wochen in Toussaint angekommen war, hatte das Biest erneut gemordet und der Hexer wurde zu Anna Henrietta geführt, welche einem Turnier der Ritter ihres Landes beiwohnte.

The Witcher 3 B&W Turnier

Als sie von der Ankunft des Hexers erfuhr ließ sie diesen sofort zu sich bringen um ihm von dem dritten Toten zu berichten. Zusammen mit den Informationen, welche Damien de la Tour, der Hauptmann der Herzogswache, Geralt liefern konnte und dem Scharfsinn des Hexers als auch dem der Herzogin, gelang es den Beiden das nächste Opfer der Bestie zu bestimmen, was zur schnellen Rückkehr in den Palast führte.

Obgleich von adeliger Herkunft und allem Anschein nach eine edle Dame des Hofes nahm die Herzogin selbst Anteil an der Suche nach dem potentiellen Opfer, was nicht zuletzt ein berühmtes Spiel aus Toussaint unterbrach, da Milton - das nächste Opfer der Bestie - an dieser Festlichkeit teilnahm.

Gemeinsam war es den Beiden gelungen, ihn ausfindig zu machen, jedoch waren sie zu spät gekommen, da das Biest den Ritter bereits umgebracht hatte.

Nachdem der Hexer einen alten Freund wieder getroffen, die Identität des Biests geklärt und den Grund für sein Morden herausgefunden hatte, war er in den Palast zurückgekehrt um Anna Henrietta die gewonnen Erkenntnisse mitzuteilen, sowie das weitere Vorgehen zu besprechen.

The Witcher 3 B&W Geralt&Henrietta
Damien de la Tour allerdings, von Beginn an misstrauisch dem Hexer gegenüber, versuchte seine Herrin, die Herzogin, zu überzeugen, dass die Männer der Wache den Auftrag ebenso gut selbst erledigen konnte, da man jetzt um das Wesen des Biests wusste.

Entgegen seinen Bestrebungen aber ließ sich Anna Henrietta auf den Vorschlag Geralts ein, nicht zuletzt, da sie erfuhr, dass unschuldige Leben in diese Angelegenheit mit verwickelt waren.

Darum erlaubte sie dem Hexer ihr seinen Plan darzulegen und sie selbst konnte bei einigen noch offenen Fragen helfen, da sie unter anderem über den besten Weinkenner von Toussaint, ihren persönlichen Sommelier, verfügte, welcher die Weinreste auf einem zuvor gefunden Papier eindeutig als den herzoglichen Wein Sangreal identifizieren konnte. Da diese besondere Rebsorte nur an den Hof geliefert und der herzoglichen Familie zur Verwendung alleine vorbehalten war, musste angenommen werden, dass über das Weingut von Castel Ravello vermutlich eine Verbindung zu den Drahtziehern der Morde hergestellt werden könnte.

Niemand geringer als die Herzogin selbst wollte diesem Mysterium um den Wein auf den Grund gehen, weswegen sie in Begleitung von Geralt und Damien de la Tour unerkannt den Palast verließ und sich auf den Weg in das Weingut machte.

Dort angekommen mussten sie feststellen, dass der Gutsverwalter nicht die Wahrheit zu sagen bereit war, woraufhin die Herzogin die Sache selbst in die Hand nahm und nach dem gelagerten Wein suchte.

The Witcher 3 B&W Henrietta2

Die Herzogin befragt den Gutsverwalter zu den gestohlenen Weinfässern

Geralt und Anna Henrietta fand zum Entsetzen der Herzogin heraus, dass eines der Fässer mit dem nur der herzogliche Familie vorbehaltenen Wein, durch billigeren ausgetauscht worden war und nach der Konfrontation mit den Beweisen der Gutsverwalter zugab, den Wein bereits mehr als einmal an Fremde verkauft zu haben, die eine große Summe Geld dafür geboten hatten.

Wie zu anderen Gelegenheiten auch bewies die Herzogin hier erneut ihr Können als geschickte Politikerin und als gerechte Herrscherin, in dem sie den Straftäter verhaften ließ um ihn in weiterer Folge dann einem gerichtlichen Prozess zu übergeben, da er - nach den Gesetzen von Toussaint - Hochverrat begangen hatte.

Als Geralt und Damien de la Tour daraufhin eine weiter Lieferung des widerrechtlich verkauften Weines als Köder zur Ergreifung eines mysteriösen Gesandten aus Cintra verwendeten, war die Herzogin auch diesmal mit dabei um den Erfolg der Mission, an welcher ihr mehr und mehr lag, persönlich zu übersehen und den vermeintlichen Erpresser und Auftraggeber der Morde selbst befragen zu können.

Als sich jedoch herausstelle, dass nur eine Handvoll Schergen an der Übergabe beteiligt war und der unbekannte Mann aus Cintra nicht gefasst werden konnte, und er von den Anstrengungen des Hexers, ihn zu finden, erfahren hatte, mussten die Herzogin und Geralt unerkannt an einem Fest der Künstler (Mandragora) teilnehmen, da ein Zeuge den Unbekannten im Beisein einer berühmten Sängerin gesehen hatte.

The Witcher 3 B&W Treffen

Die Ereignisse haben sich überschlagen und Anna Henrietta, Geralt, Orianna, Emil Regis Rohellec Terzieff-Godefroy und Dettlaf van der Eretein treffen sich im Anschluss an die Soiree um über das weitere Vorgehen zu sprechen.

In Folge dieser Veranstaltung kamen besagte Sängerin als auch der vermeintliche Drahtzieher der Morde, der Unbekannte aus Cintra, um. Als die Gastgeberin des Festes, Orianna auch noch beinahe ausgeraubt worden war und ihr Räuber sich als der Unbekannte Gesandte entpuppte, welcher das Herz von Toussaint - ein wunderschönes Geschmeide aus Edelstein - stehlen wollte, glaubte die Herzogin zu wissen, wer hinter allen bisher geschehenen Vorkommnissen stecken könnte.


Referenzen Bearbeiten

  1. Wiedźmin: Pani Jeziora (1999) Seite 42, als: "... kuzyna, Emhyra var Emreisa ..."
  2. Wiedźmin: Pani Jeziora (1999) Seite 37, als: "Jaśnie Oświecona Księżna Anna Henrietta ...", was als Fürstin zu übersetzen ist. Zwar wird z.b das Herzogtum Warschau im Mittelalter als "Księstwo Warszawskie"[2] bezeichnet, ist in diesem Fall aber der Kontext von Toussaint im Rahmen des Kaiserreichs von Nilfgaard zu betrachten. So ist Toussaint neben einigen anderen Herrschaftsbereich zwar Teil des Kaiserreiches, wird aber von - dem Kaiser unterstellten - Monarchen eigenständig regiert. Dies ist (natürlich mit Vorsicht) mit den Verhältnissen des deutschsprachigen Raums während des Mittelalters zu vergleichen. Da der Begriff "Fürst" nur im Rahmen des Heiligen röm. Reiches Verwendung finden kann [3] und diese - wenn auch in etwas abgewandelter Form vorzufindenden - Verhältnisse auch auf Nilfgaard zutreffen, kann im Deutschen von einem Fürstentum gesprochen werden, was Anna Henrietta zu einer Fürstin macht.
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